Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Südfrankreich bietet über 3.000 Campingplätze, von der Côte d’Azur bis in die Cevennen.
- Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wobei Juni und September weniger überlaufen sind.
- Stellplatzpreise bewegen sich zwischen 17 und 45 € pro Nacht, je nach Sternekategorie.
- Eine Crit’Air-Umweltplakette ist für viele Städte in Südfrankreich Pflicht.
- Frühzeitig buchen lohnt sich: Beliebte Plätze am Meer sind im Juli und August schnell ausgebucht.
- Wildcamping ist in Frankreich grundsätzlich verboten.
- Das Hinterland von Provence, Ardèche und Cevennen bietet oft ruhigere und günstigere Alternativen zur Küste.
Warum südfrankreich ein paradies für camper ist
Ich sage es ganz offen: Südfrankreich ist für mich persönlich die schönste Campingregion Europas. Und ich bin damit nicht allein. Jedes Jahr zieht es Millionen von Campern in den französischen Süden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Da ist zunächst das Klima. Von Mai bis Oktober scheint die Sonne fast täglich. Die Temperaturen erreichen im Sommer angenehme 28 bis 35 Grad. Regen ist in dieser Zeit eine echte Seltenheit. Wenn Sie morgens aus Ihrem Wohnmobil steigen, erwartet Sie ein azurblauer Himmel. Fast jeden Tag aufs Neue.
Dann die Landschaften. Südfrankreich ist kein eintöniges Reiseziel. Im Gegenteil. An der Küste finden Sie endlose Sandstrände, dazwischen versteckte Felsbuchten. Im Hinterland warten Lavendelfelder, Olivenhaine und wilde Schluchten. In den Alpen und Pyrenäen türmen sich majestätische Berggipfel. Diese Vielfalt auf so engem Raum, das ist ziemlich einzigartig.
Was mich aber besonders begeistert, ist die Campingkultur. Frankreich besitzt rund 8.000 Campingplätze, mehr als jedes andere Land in Europa. In Südfrankreich allein sind es über 3.000. Vom einfachen, naturbelassenen Stellplatz unter Pinien bis zum luxuriösen 5-Sterne-Resort mit Aquapark. Die Auswahl ist schier grenzenlos.
Und natürlich: das Essen. Frische Croissants vom Campingplatz-Bäcker, Marchés Provençaux mit sonnengereiften Tomaten, ein Glas Rosé am Abend. Das französische Savoir-vivre lässt sich beim Camping besonders intensiv erleben. Doch genug der Schwärmerei. Schauen wir uns die einzelnen Regionen genauer an.
Die schönsten regionen für camping in südfrankreich
Südfrankreich ist groß. Sehr groß sogar. Es erstreckt sich von der italienischen Grenze im Osten bis zur spanischen Grenze im Westen. Damit Sie den Überblick behalten, stelle ich Ihnen die wichtigsten Campingregionen vor. Jede hat ihren eigenen Charakter, ihre eigenen Vorzüge.
Côte d’azur: glamour und versteckte buchten
Die Côte d’Azur, das ist der Inbegriff von Mittelmeer-Luxus. Nizza, Cannes, Saint-Tropez, Monaco. Klingende Namen, die nach Yachten und Champagner klingen. Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Auch für Camper hat die Französische Riviera viel zu bieten.
Besonders empfehlenswert finde ich die Gegend rund um Fréjus und Saint-Raphaël. Hier liegt das rote Esterel-Massiv direkt am Meer. Die Felsbuchten sind atemberaubend schön, das Wasser kristallklar. Die Campingplätze in dieser Ecke sind oft etwas kleiner und persönlicher als an den großen Touristenstränden weiter östlich.
Ein echter Geheimtipp ist der Campingplatz Agay Soleil in der Bucht von Agay. Klein, familiär, keine Animation. Dafür absolute Ruhe und ein Restaurant, das sogar Einheimische anzieht. Wenn Sie das authentische Südfrankreich suchen, ohne den Rummel der großen Ferienanlagen, dann merken Sie sich diesen Namen.
Preislich müssen Sie an der Côte d’Azur etwas tiefer in die Tasche greifen. Stellplätze kosten hier im Sommer oft zwischen 30 und 50 € pro Nacht. In der Nebensaison wird es deutlich günstiger.
Provence: lavendel, märkte und lebensart
Die Provence. Allein das Wort löst bei mir sofort Bilder aus. Endlose Lavendelfelder, die im Wind wogen. Mittelalterliche Dörfer, die sich an Felshänge schmiegen. Der Duft von Thymian, Rosmarin und Oregano in der Luft.
Für Camper ist die Provence ein Eldorado. Besonders das Hinterland bietet eine wunderbare Mischung aus Natur und Kultur. Die Gorges du Verdon, oft als Grand Canyon Europas bezeichnet, sind ein absolutes Muss. Hier können Sie kayaken, wandern oder einfach die türkisfarbene Schlucht bestaunen.
Der Lubéron mit seinen Bilderbuchdörfern wie Gordes, Roussillon und Bonnieux ist ein weiterer Höhepunkt. Die Campingplätze in dieser Region sind oft mittelgroß, gepflegt und von Olivenbäumen umgeben. Perfekt, wenn Sie tagsüber die Gegend erkunden und abends in Ruhe bei einem Pastis den Sonnenuntergang genießen möchten.
Mein persönlicher Tipp: Besuchen Sie unbedingt einen der zahlreichen Wochenmärkte. Apt, Lourmarin, Aix-en-Provence. Hier kaufen Sie direkt beim Erzeuger ein. Frischer Ziegenkäse, Oliven, Honig, Nougat. Das Preisniveau ist oft günstiger als im Supermarkt, und die Qualität unvergleichlich.
Languedoc-roussillon: lange strände und gutes preis-leistungs-verhältnis
Wenn Sie mich nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in Südfrankreich fragen, dann nenne ich sofort Languedoc-Roussillon. Diese Region, heute Teil von Okzitanien, erstreckt sich von Montpellier bis zur spanischen Grenze. Und sie hat einen entscheidenden Vorteil: endlos lange Sandstrände, die deutlich weniger überlaufen sind als an der Côte d’Azur.
Rund um Sérignan, Agde und Vias finden Sie eine beeindruckende Dichte an Campingplätzen. Viele davon liegen direkt am Meer. Die Stellplätze sind oft großzügiger als an der Riviera, die Preise spürbar niedriger. Ein Stellplatz auf einem guten 4-Sterne-Platz kostet hier in der Hauptsaison oft nur 25 bis 35 € pro Nacht.
Besonders für Familien mit Kindern ist diese Region ein Volltreffer. Die Strände sind flach und sandig, das Meer ruhig und warm. Viele Campingplätze verfügen über riesige Wasserparks mit Rutschen und Kinderbecken. Der Campingplatz Le Sérignan Plage zum Beispiel verbindet direkten Strandzugang mit einer parkähnlichen Anlage. Ein ausgezeichneter Platz, den ich ohne Zögern empfehlen kann.
Kulturell bietet die Region ebenfalls einiges. Die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne ist von vielen Campingplätzen als Tagesausflug erreichbar. Ein Spaziergang durch die beleuchteten Gassen am Abend gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen eines Südfrankreich-Urlaubs.
Camargue: wildnis und flamingos
Die Camargue ist anders als alles andere in Südfrankreich. Hier gibt es keine Berge, keine Felsen, keine Pinienwälder. Stattdessen: endlose Weite. Salzwiesen, Lagunen, flache Ebenen bis zum Horizont. Und mittendrin: weiße Pferde, schwarze Stiere und rosa Flamingos.
Für mich ist die Camargue einer der faszinierendsten Orte Europas. Die Landschaft hat etwas Unwirkliches, fast Mystisches. Wenn Sie abends auf Ihrem Stellplatz sitzen und die Sonne über den Lagunen untergeht, während in der Ferne Flamingos fliegen, dann verstehen Sie, was ich meine.
Der Campingplatz Les Bois Flottés de Camargue liegt mitten im Naturschutzgebiet. Die Stellplätze sind großzügig verteilt und bieten viel Privatsphäre. Reitausflüge durch die Camargue gehören zu den beliebtesten Aktivitäten. Ein Erlebnis, das gerade Kinder nie vergessen werden.
Wichtig zu wissen: In der Camargue kann es windig werden. Sehr windig sogar. Der Mistral fegt manchmal tagelang über die flache Landschaft. Nehmen Sie ausreichend Heringe und Sturmleinen mit, wenn Sie mit dem Zelt unterwegs sind.
Ardèche und cevennen: naturcamping vom feinsten
Jetzt wird es richtig wild. Die Ardèche und die Cevennen sind das Gegenprogramm zu den großen Ferienresorts an der Küste. Hier dominiert die Natur. Wilde Schluchten, dichte Kastanienwälder, klare Flüsse, in denen Sie baden können. Das Licht fällt durch die Baumkronen. Die Luft riecht nach Wald und warmem Stein.
Die Campingplätze in dieser Region sind oft klein und familiär. 50 bis 100 Stellplätze, mehr nicht. Dafür liegen sie an traumhaften Stellen. Direkt am Fluss, eingebettet in die Natur. Der Campingplatz Camping des Drouilhèdes in den Cevennen zum Beispiel hat nur 66 Stellplätze, alle mit viel Privatsphäre durch hohe Lorbeerhecken. Der Fluss Céze fließt direkt am Platz vorbei und dient als natürliches Schwimmbad.
Kajakfahren auf der Ardèche ist ein absolutes Muss. Die berühmte Abfahrt durch die Gorges de l’Ardèche, vorbei am natürlichen Felsbogen Pont d’Arc, gehört zu den schönsten Outdoor-Erlebnissen in ganz Frankreich. Ich empfehle die Zweitagestour mit Übernachtung am Flussufer. Pures Abenteuer.
Die Preise sind in dieser Region besonders attraktiv. Stellplätze gibt es ab 15 bis 22 € pro Nacht. Das Essen auf den lokalen Märkten ist günstig. Und Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten fallen kaum an, denn die Natur selbst ist hier die größte Attraktion.
Alpenrandseen: berge und badespaß
Viele Camper denken bei Südfrankreich nur an die Küste. Dabei hat das Hinterland fantastische Alternativen. Der Lac d’Annecy zum Beispiel gilt als einer der saubersten Seen Europas. Das Wasser schimmert in einem intensiven Türkis, umrahmt von den Gipfeln der Savoyer Alpen.
Der Campingplatz Le Clos Don Jean liegt unterhalb der Burg Menthon-Saint-Bernard, nur 15 Minuten zu Fuß vom Seeufer entfernt. Klein, charmant, perfekt für Wanderer und Wassersportler. Auch der Camping Les Rives du Lac bei Gap ist eine hervorragende Wahl. 110 Stellplätze im Naturschutzgebiet, direkt am Badesee, mit kostenlosem Wasserpark. Und das Ganze ab 19 € pro Nacht. Ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Damit haben Sie nun einen guten Überblick über die verschiedenen Regionen. Aber welcher Campingplatz passt am besten zu Ihrem Reisestil? Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Die besten campingplätze nach reisetyp
Nicht jeder Camper ist gleich. Die einen suchen Action und Animation, die anderen Ruhe und Natur. Manche reisen mit kleinen Kindern, andere als Paar. Deshalb habe ich die besten Campingplätze in Südfrankreich nach Reisetyp sortiert. So finden Sie schneller den Platz, der wirklich zu Ihnen passt.
Für familien mit kindern
Familien brauchen Plätze, die mehr bieten als nur einen Stellplatz. Aquaparks, flache Strände, Kinderanimation, Spielplätze. In Südfrankreich gibt es davon reichlich.
Meine Top-Empfehlung für Familien ist das Yelloh! Village Le Brasilia in Canet-en-Roussillon nahe der spanischen Grenze. Ein 5-Sterne-Platz mit 437 Stellplätzen direkt am Strand. Der Aquapark umfasst beeindruckende 6.000 Quadratmeter. Es gibt ein Spa mit Hammam, Tennis, Bogenschießen und einen ganzen Dorfplatz mit Geschäften und Restaurants. Das Besondere: Der Platz ist im mexikanischen Stil gestaltet. Bunt, fröhlich, exotisch. Kinder lieben es.
Auch der Camping Les Sablons bei Sérignan-Plage verdient eine Erwähnung. Direkter Strandzugang, ein riesiger Wasserpark zwischen Palmen, reichhaltiges Freizeitangebot. Dabei wirkt der Platz trotz seiner Größe erstaunlich entspannt. Eine echte Empfehlung für Familien, die Komfort und Strandnähe suchen.
Für paare und ruhesuchende
Wenn Sie als Paar unterwegs sind und abends keinen DJ am Pool hören möchten, dann brauchen Sie andere Plätze. Kleinere Anlagen, naturnahe Stellplätze, eine ruhige Atmosphäre.
Der Campingplatz Camping Marius an den Calanques nahe Cassis ist genau so ein Ort. Nur 200 Meter vom Meer entfernt, familiär, seit drei Generationen geführt. Pinien spenden natürlichen Schatten. Es gibt sogar einen kleinen Wellnessbereich mit Sauna. Kein Trubel, keine Animation. Stattdessen: das Rauschen der Wellen und der Duft der Macchia.
Auch der Camping Le Paradou an der Küste ist einen Blick wert. Nur 49 Stellplätze, direkter Strandzugang und eine herzliche Gastfreundschaft, die Sie sofort spüren. Solche kleinen Perlen machen einen Campingurlaub in Südfrankreich besonders wertvoll.
Camping südfrankreich direkt am meer
Für viele Camper ist die Lage das wichtigste Kriterium: direkt am Meer. Morgens aufwachen und in fünf Minuten mit den Füßen im Sand stehen. Ich kann das absolut nachvollziehen.
Der Camp Du Domaine zwischen Toulon und Saint-Tropez gehört zu den schönsten Adressen an der gesamten Côte d’Azur. Auf 45 Hektar erstreckt sich dieser 5-Sterne-Platz direkt am Mittelmeer. Über 1.200 Stellplätze in unterschiedlichen Lagen, darunter sogenannte Pieds-dans-l’Eau-Plätze, also Stellplätze buchstäblich mit den Füßen im Wasser. Ein Platz, der seinesgleichen sucht.
Auch der Camping Beauregard Plage in Okzitanien bietet ausschließlich Stellplätze, keine Mietunterkünfte. Dafür liegt der Strand nur wenige Meter über die Dünen entfernt. Wer authentisches Camping am Meer liebt, ohne den Glamour großer Ferienanlagen, ist hier goldrichtig.
Grundsätzlich gilt: Plätze direkt am Meer sind in der Hauptsaison extrem begehrt. Buchen Sie so früh wie möglich. Januar oder Februar ist nicht zu früh. Wer spontan im Juli anreist, wird an den besten Strandplätzen kaum noch Stellplätze finden.
Luxus-camping und glamping
Glamping, die Verbindung aus Glamour und Camping, hat in Südfrankreich eine lange Tradition. Hier entstanden einige der ersten Luxus-Campingplätze Europas.
Auf 5-Sterne-Plätzen wie dem Les Méditerranées in Marseillan Plage erwartet Sie ein Komfort, der manches Hotel in den Schatten stellt. Klimatisierte Mobilheime mit voll ausgestatteter Küche, eigener Terrasse und Meerblick. Pools mit Panoramablick, Spa-Bereiche, gehobene Restaurants. Alles auf einem Campingplatz.
Die Preise für ein Mobilheim liegen in der Hauptsaison bei 200 bis 450 € pro Woche für ein einfaches Modell. Premium-Unterkünfte mit Meerblick können deutlich mehr kosten. Aber Sie bekommen dafür auch ein Erlebnis, das weit über klassisches Camping hinausgeht.
Geheimtipps und kleine naturcampingplätze
Meine persönlichen Favoriten sind die kleinen, unaufgeregten Plätze. Die, die Sie nicht sofort auf den großen Buchungsportalen finden. Die, wo der Besitzer Sie persönlich begrüßt und abends vielleicht ein Glas Wein mitbringt.
Der Camping des Drouilhèdes in den Cevennen ist so ein Platz. 66 Stellplätze, Fluss als natürliches Schwimmbad, familiäres Flair. Preis ab 22 € pro Nacht inklusive Strom. Oder der Campingplatz Le Viaduc im Doux-Tal. Direkt am Fluss, mit natürlicher Badestelle, weit weg vom Massentourismus.
Solche Plätze finden Sie vor allem in den Cevennen, der Ardèche, dem Lubéron und den Alpenvorbergen. Mein Rat: Suchen Sie gezielt nach Plätzen mit 2 oder 3 Sternen. Die niedrige Sternezahl bedeutet nicht schlechte Qualität. Sie bedeutet oft: weniger Infrastruktur, dafür mehr Natur und Authentizität.
Nachdem Sie nun wissen, welche Plätze und Regionen für Sie infrage kommen, stellt sich natürlich die Frage: Was kostet das Ganze eigentlich?
Was kostet camping in südfrankreich?
Das Budget ist für die meisten Camper ein wichtiger Faktor. Ich will ehrlich mit Ihnen sein: Südfrankreich ist kein Billigreiseziel. Aber es ist auch kein unbezahlbarer Luxus. Mit etwas Planung lässt sich ein wunderbarer Urlaub zu vernünftigen Kosten gestalten.
Stellplatzpreise im überblick
Die Preise variieren stark, abhängig von der Sternekategorie, der Lage und der Saison. Hier eine Übersicht, die Ihnen bei der Kalkulation hilft:
| Kategorie | Preis/Nacht (2 Pers. + Strom) | Typische Ausstattung |
|---|---|---|
| 1–2 Sterne | 15–22 € | Sanitäranlagen, einfache Stellplätze, wenig Extras |
| 3 Sterne | 22–30 € | Empfang, kleiner Shop, oft Pool |
| 4 Sterne | 28–40 € | Pool, Restaurant, Animation, gepflegte Anlage |
| 5 Sterne | 35–50 €+ | Aquapark, Spa, Luxus-Sanitär, umfassender Service |
Dazu kommt die Taxe de Séjour, die französische Tourismusabgabe. Sie wird pro Person und Nacht erhoben und liegt je nach Gemeinde zwischen 0,20 und 1,50 €. Das klingt wenig, summiert sich aber bei einer zweiwöchigen Reise mit vier Personen durchaus.
Gesamtbudget für zwei wochen
Um Ihnen eine realistische Vorstellung zu geben, habe ich ein Beispielbudget für zwei Wochen Campingurlaub in Südfrankreich zusammengestellt. Ausgangspunkt: ein Paar mit zwei Kindern, Wohnmobil oder Wohnwagen, 3- bis 4-Sterne-Campingplatz.
| Kostenposition | Geschätzte Kosten (14 Nächte) |
|---|---|
| Stellplatz (Ø 30 €/Nacht) | 420 € |
| Mautgebühren (Hin- und Rückfahrt) | 120–200 € |
| Diesel/Benzin (ca. 1.500 km) | 200–300 € |
| Lebensmittel & Essen gehen | 400–600 € |
| Taxe de Séjour | 15–40 € |
| Ausflüge & Aktivitäten | 100–200 € |
| Gesamt (ungefähr) | 1.255–1.760 € |
Das ist natürlich nur eine Orientierung. In der Nebensaison oder auf günstigeren Plätzen kommen Sie mit deutlich weniger aus. Und wenn Sie auf Mautstraßen verzichten und überwiegend selbst kochen, können Sie das Budget nochmals drücken.
Apropos Anreise: Gerade die Fahrt nach Südfrankreich will gut geplant sein. Deshalb widme ich dem Thema den nächsten Abschnitt.
Anreise nach südfrankreich: routen, maut und formalitäten
Die Anreise ist für viele deutsche, österreichische und Schweizer Camper der aufwändigste Teil der Reise. Je nachdem, wo Sie starten, liegt Südfrankreich zwischen 800 und 1.300 Kilometer entfernt. Das ist eine beachtliche Strecke, gerade mit Wohnwagen oder schwerem Wohnmobil.
Die besten routen aus deutschland
Es gibt im Wesentlichen drei Hauptrouten in den Süden Frankreichs:
Route 1: Über die Schweiz und das Rhônetal. Von Süddeutschland kommend fahren Sie über Basel, dann durch die Schweiz Richtung Genf. Von dort geht es das Rhônetal hinunter über Lyon bis ans Mittelmeer. Diese Route ist landschaftlich reizvoll und relativ direkt. Nachteil: Die Schweizer Autobahnvignette kostet 40 CHF, und die französischen Mautgebühren ab Lyon summieren sich schnell.
Route 2: Über das Elsass und Burgund. Von der Pfalz oder dem Rheinland fahren Sie über Straßburg, dann quer durch Burgund Richtung Lyon oder direkt über die A6 ans Mittelmeer. Eine schöne Strecke mit der Möglichkeit, im Burgund einen Zwischenstopp einzulegen. Empfehlenswert, wenn Sie sowieso zwei Tage für die Anreise einplanen.
Route 3: Über die A31 und A6 (mautfrei bis Beaune). Von Köln oder dem Ruhrgebiet ist diese Route interessant. Ein großer Teil der Strecke verläuft auf mautfreien Nationalstraßen. Das dauert etwas länger, spart aber erheblich Geld.
Mein persönlicher Rat: Planen Sie einen Zwischenstopp ein. Gerade mit Kindern macht eine Anreise von über 1.000 Kilometern am Stück keinen Spaß. In der Region um Lyon, im Burgund oder an der Loire finden Sie schöne Campingplätze für eine Nacht. So starten Sie entspannt in den Urlaub.
Mautkosten realistisch kalkulieren
Die französischen Autobahngebühren sind kein Pappenstiel. Für die Strecke Lyon – Mittelmeerküste zahlen Sie mit einem Wohnmobil unter 3,5 Tonnen etwa 30 bis 50 € pro Richtung. Für Gespanne mit Wohnwagen kann es je nach Höhe des Fahrzeugs teurer werden, da Frankreich nach Fahrzeugklassen abrechnet.
Insgesamt sollten Sie für die Maut zwischen 100 und 200 € für Hin- und Rückfahrt einplanen. Es gibt mautfreie Alternativen über die Nationalstraßen, die sogenannten Routes Nationales. Diese sind zwar deutlich langsamer, führen dafür aber durch hübsche Ortschaften und bieten ein ganz anderes Fahrerlebnis. Wenn Sie Zeit haben, eine echte Empfehlung.
Crit’air-umweltplakette: nicht vergessen
Viele Camper wissen es nicht: Für bestimmte Städte und Umweltzonen in Frankreich brauchen Sie eine Crit’Air-Umweltplakette. Diese ist vergleichbar mit der deutschen Feinstaubplakette, unterscheidet sich aber in den Kategorien.
Die Plakette können Sie online auf der offiziellen französischen Website bestellen. Sie kostet nur wenige Euro und wird per Post zugeschickt. Bestellen Sie sie rechtzeitig vor der Abreise, denn die Lieferung kann zwei bis drei Wochen dauern.
Betroffen sind unter anderem Städte wie Marseille, Nizza, Montpellier und Toulouse. Ohne gültige Plakette drohen Bußgelder. Ein vermeidbares Ärgernis, wenn Sie rechtzeitig daran denken.
Gut. Die Anreise ist geschafft, der Stellplatz gefunden. Aber was sollten Sie sonst noch wissen, bevor Sie losfahren? Dazu kommen wir jetzt.
Praktische tipps für ihren campingurlaub in südfrankreich
In meinen vielen Jahren als Camper in Südfrankreich habe ich einiges gelernt. Vieles davon hätte ich gerne vorher gewusst. Damit es Ihnen besser ergeht, habe ich die wichtigsten praktischen Tipps zusammengefasst.
Beste reisezeit und buchungstipps
Die absolute Hochsaison in Südfrankreich ist der Zeitraum von Mitte Juli bis Ende August. Die französischen Schulferien liegen in diesem Zeitraum, und ganz Frankreich ist unterwegs. Die Campingplätze sind voll, die Strände überlaufen, die Preise am höchsten.
Meine klare Empfehlung: Reisen Sie im Juni oder September. Das Wetter ist fast genauso gut wie im Hochsommer. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 25 bis 30 Grad. Das Meer ist im September sogar wärmer als im Juni, da es den ganzen Sommer über Wärme gespeichert hat. Und: Die Campingplätze sind spürbar leerer, die Preise niedriger, die Atmosphäre entspannter.
Wenn Sie in der Hauptsaison reisen müssen, dann buchen Sie so früh wie möglich. Beliebte Plätze am Meer sind oft schon im Februar oder März für den Sommer ausgebucht. Das gilt besonders für Stellplätze in der ersten Reihe zum Strand.
Camping mit hund
Gute Nachricht für Hundebesitzer: Auf den meisten Campingplätzen in Südfrankreich sind Hunde willkommen. Allerdings gibt es einige Regeln zu beachten.
Auf dem Campingplatz herrscht generell Leinenpflicht. In vielen Städten, Dörfern und vor allem Naturschutzgebieten gilt das ebenfalls. An Stränden sind Hunde in der Hauptsaison oft verboten, es gibt aber in vielen Gemeinden ausgewiesene Hundestrände.
Ganz wichtig: Lassen Sie Ihren Hund im Sommer niemals allein im Wohnmobil oder Wohnwagen. Die Temperaturen in Südfrankreich können im Inneren eines Fahrzeugs schnell lebensgefährliche Werte erreichen. Die meisten Campingplätze verbieten das ausdrücklich.
In Mobilheimen sind Hunde nur vereinzelt gestattet. Fragen Sie vor der Buchung gezielt nach. Auf den klassischen Stellplätzen für Wohnmobile und Wohnwagen gibt es in der Regel weniger Einschränkungen.
Waldbrandgefahr im sommer
Ein Thema, das man ernst nehmen sollte. In Südfrankreich herrscht im Hochsommer, besonders im Juli und August, erhöhte Waldbrandgefahr. Offenes Feuer, auch Lagerfeuer und Grills, ist in vielen Regionen strikt verboten. Die Verbote werden von den lokalen Behörden verhängt und können sich kurzfristig ändern.
Informieren Sie sich vor Ort über die aktuellen Bestimmungen. Die Campingplatzrezeption ist dafür die beste Anlaufstelle. Gasgrills auf dem Stellplatz sind auf manchen Plätzen erlaubt, auf anderen nicht. Fragen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig.
Wasserknappheit: ein aktuelles thema
In den letzten Jahren hat die Wasserknappheit in Südfrankreich zugenommen. Besonders in den Sommermonaten können temporäre Einschränkungen gelten. Das kann sich auf den Poolbetrieb, die Bewässerung der Anlagen oder bestimmte Services auswirken.
Campingplätze, die transparent mit dem Thema umgehen und über eigene Wasserkonzepte verfügen, verdienen meiner Meinung nach den Vorzug bei der Platzwahl. Achten Sie bei der Buchung auf entsprechende Hinweise.
Stromversorgung und technische ausrüstung
Die Stromversorgung auf französischen Campingplätzen erfolgt in der Regel über CEE-Steckdosen. Bringen Sie unbedingt ein CEE-Adapterkabel mit, denn nicht jeder Platz bietet den gleichen Anschlusstyp. Ein Mehrfachstecker für innen und außen ist ebenfalls sinnvoll.
Für Camper mit E-Auto oder Hybridfahrzeug: Immer mehr Campingplätze investieren in Ladesäulen. Das Laden über den normalen Stromanschluss am Stellplatz ist auf vielen Plätzen nicht gestattet. Planen Sie Ihre Route auch in Bezug auf öffentliche Ladepunkte, dann bleiben Sie flexibel.
Check-in, mittagspause und die französische campingkultur
Auf französischen Campingplätzen gibt es einige Besonderheiten, die Sie kennen sollten. Die Check-in-Zeiten liegen meist zwischen 14 und 17 Uhr, der Check-out bis 10 oder 12 Uhr. Kommen Sie nicht zu spät an, denn nach 18 Uhr ist die Rezeption auf vielen Plätzen geschlossen.
Die Mittagspause zwischen 12 und 14 Uhr wird auf vielen Plätzen respektiert. Der Empfang ist geschlossen, der Shop macht zu, auf dem Platz herrscht Ruhe. Das mag für deutsche Camper ungewohnt sein, gehört aber zum französischen Lebensstil. Nutzen Sie diese Zeit für eine ausgedehnte Siesta. Sie werden es zu schätzen lernen.
Ein schöner Brauch auf vielen französischen Campingplätzen: das Baguette-Bestellen. Abends kreuzen Sie an der Rezeption Ihre Bestellung an, morgens liegt ein ofenfrisches Baguette für Sie bereit. Für mich gehört das zum Camping in Frankreich wie der Kaffee am Morgen.
So viel zu den praktischen Aspekten. Aber was gibt es in Südfrankreich eigentlich alles zu erleben? Die Antwort: eine ganze Menge.
Ausflugsziele und aktivitäten rund um den campingplatz
Camping in Südfrankreich bedeutet nicht, den ganzen Tag auf dem Stellplatz zu sitzen. Auch wenn das manchmal verlockend genug ist. Die Region bietet eine Fülle an Ausflugszielen, die jeden Urlaub bereichern.
Kulturelle höhepunkte
Die Cité de Carcassonne ist ein absolutes Muss. Die mittelalterliche Festungsstadt mit ihren doppelten Mauern und 52 Türmen gehört zum UNESCO-Welterbe. Kommen Sie am besten am späten Nachmittag, wenn die Tagestouristen abreisen. Dann haben Sie die beleuchteten Gassen fast für sich allein.
Der Pont du Gard, das römische Aquädukt bei Nîmes, ist ein weiteres Highlight. 2.000 Jahre alt und noch immer majestätisch. Sie können darunter im Fluss baden, das ist besonders mit Kindern ein tolles Erlebnis.
Avignon mit dem Papstpalast, Arles mit den Spuren von Van Gogh, Nîmes mit seiner Arena. Die Dichte an Kulturschätzen in Südfrankreich ist beeindruckend. Und das Beste: Von den meisten Campingplätzen sind diese Orte als Tagesausflug erreichbar.
Natur und outdoor-aktivitäten
Die Gorges du Verdon sind ein Naturwunder. Europas tiefste Schlucht mit türkisfarbenem Wasser. Hier können Sie Kajak fahren, klettern, wandern oder einfach die Aussicht genießen. Ich empfehle eine Wanderung auf dem Sentier Martel, dem berühmtesten Wanderweg der Schlucht. Anspruchsvoll, aber unvergesslich.
Die Calanques bei Marseille und Cassis bieten dramatische Kalksteinfelsen über türkisem Meer. Wandern Sie zu einer der abgelegenen Buchten und genießen Sie ein Bad in kristallklarem Wasser. Oder nehmen Sie eine Bootstour, wenn Sie weniger laufen möchten.
In der Camargue können Sie Flamingos beobachten, auf weißen Pferden ausreiten und die endlose Weite der Salzwiesen erleben. Eine Landschaft, die es so kein zweites Mal in Europa gibt.
Kulinarische erlebnisse
Ich kann es nicht oft genug betonen: Die Märkte in Südfrankreich sind ein Erlebnis für alle Sinne. Jeden Morgen findet irgendwo in der Nähe ein Marché Provençal statt. Frische Pfirsiche, die noch nach Sonne duften. Ziegenkäse, der auf der Zunge zergeht. Oliven in allen Variationen. Lavendelhonig, Nougat aus Montélimar, Tapenade.
Mein Tipp: Kaufen Sie auf dem Markt ein und kochen Sie abends auf dem Campingplatz. Ein einfaches Gericht mit frischen Zutaten aus der Region, dazu ein Glas lokaler Wein. Das ist für mich Südfrankreich in seiner schönsten Form.
Für ein Restauranterlebnis empfehle ich die kleinen Hafenrestaurants. In Cassis, Collioure oder Sète bekommen Sie eine frische Bouillabaisse oder gegrillten Fisch zu fairen Preisen. Meiden Sie die touristischen Hauptstraßen und fragen Sie lieber Einheimische oder den Campingplatz-Betreiber nach seinem Lieblingsrestaurant. Sie werden es nicht bereuen.
Für wen sich camping in südfrankreich wirklich lohnt
Ich fasse zusammen. Camping in Südfrankreich lohnt sich für nahezu jeden Reisetyp. Familien finden hier Strände, Aquaparks und ein Klima, das fast garantiert gutes Wetter bringt. Paare genießen romantische Abende unter Pinien, mit einem Glas Rosé und dem Zirpen der Zikaden im Hintergrund. Abenteurer entdecken wilde Schluchten, einsame Bergpfade und unberührte Flusslandschaften.
Südfrankreich ist nicht das günstigste Campingziel in Europa. Aber es bietet ein Gesamtpaket, das kaum eine andere Region erreicht. Die Kombination aus Klima, Landschaft, Kultur, Gastronomie und einer fantastischen Campinginfrastruktur ist schlicht und ergreifend einzigartig.
Mein letzter Rat: Lassen Sie sich Zeit. Südfrankreich will nicht im Eiltempo durchfahren werden. Wählen Sie eine Region, bleiben Sie dort, erkunden Sie in Ruhe. Das französische Savoir-vivre, diese Kunst des guten Lebens, entfaltet sich erst, wenn man aufhört zu hetzen. Geben Sie sich dem hin. Sie werden mit Erinnerungen belohnt, die ein Leben lang halten.
Bon voyage, und vielleicht sehen wir uns irgendwann auf einem kleinen Campingplatz unter Pinien.
Häufig gestellte fragen (FAQ)
Was kostet ein Stellplatz in Südfrankreich pro Nacht?
Die Preise variieren je nach Kategorie und Saison. Auf einem 1- bis 2-Sterne-Platz zahlen Sie ab 15 € pro Nacht. Ein 5-Sterne-Platz kostet in der Hauptsaison bis zu 50 € oder mehr. Im Durchschnitt sollten Sie mit 25 bis 35 € pro Nacht rechnen.
Wann ist die beste Reisezeit für Camping in Südfrankreich?
Juni und September sind ideal. Das Wetter ist warm und sonnig, die Campingplätze weniger voll als im Juli und August. Das Meer ist im September besonders angenehm warm.
Welche Region in Südfrankreich ist am schönsten zum Campen?
Das hängt von Ihren Vorlieben ab. Strandliebhaber wählen das Languedoc oder die Côte d’Azur. Naturfreunde bevorzugen die Ardèche oder die Cevennen. Kulturinteressierte fühlen sich in der Provence am wohlsten.
Ist Wildcamping in Frankreich erlaubt?
Nein. Wildcamping ist in Frankreich grundsätzlich verboten, besonders an der Küste und in Naturschutzgebieten. Es drohen empfindliche Bußgelder. Nutzen Sie stattdessen die zahlreichen Wohnmobilstellplätze, die oft kostenlos oder sehr günstig sind.
Brauche ich eine Umweltplakette für Südfrankreich?
Ja, für viele Städte wie Marseille, Nizza, Montpellier und Toulouse benötigen Sie eine Crit’Air-Umweltplakette. Bestellen Sie diese rechtzeitig online vor Ihrer Abreise.
Kann ich meinen Hund auf den Campingplatz mitnehmen?
Auf den meisten Campingplätzen sind Hunde erlaubt, allerdings gelten Leinenpflicht und bestimmte Regeln. In Mobilheimen sind Hunde oft nicht gestattet. Fragen Sie vor der Buchung beim jeweiligen Platz nach.
